1. Lehrjahr · Daten & Hardware

Bits werden zu Systemen

Von Zahlensystemen und Datenmengen über die CPU bis zum sicheren Speicherverbund: Hier hängen Rechnen und Hardware direkt zusammen.

Darstellung

Binär, dezimal und hexadezimal

Ein Zahlensystem legt fest, welche Ziffern vorkommen und welchen Wert eine Stelle besitzt. Im Dezimalsystem steigt der Stellenwert von rechts nach links mit Potenzen von 10, im Binärsystem mit Potenzen von 2. Hexadezimal nutzt Potenzen von 16 und fasst deshalb immer vier Bits in einer Ziffer zusammen.

1010 1100₂= AC₁₆ = 172₁₀
1 Hex-Ziffer= genau 4 Bit
8 Bit= 1 Byte, Werte 0 bis 255

Die acht Bit-Stellen eines Bytes

Ganz rechts steht Bit 0 mit dem Wert 2⁰ = 1. Jede Stelle links davon ist doppelt so viel wert. Eine 1 bedeutet „Stellenwert mitzählen“, eine 0 bedeutet „Stellenwert auslassen“.

Bitposition76543210
Zweierpotenz2⁷2⁶2⁵2⁴2⁰
Dezimalwert1286432168421
Beispiel01110111
Beispiel 01110111₂: 64 + 32 + 16 + 4 + 2 + 1 = 119₁₀. Die führende 0 ist nur eine Auffüllung auf acht Bit. Daher sind 1110111 und 01110111 derselbe Zahlenwert.

Binär → Dezimal

  1. Schreibe unter jedes Bit seinen Stellenwert.
  2. Addiere nur die Stellenwerte, über denen eine 1 steht.
  3. Kontrolliere: Bei acht Bits muss das Ergebnis zwischen 0 und 255 liegen.

Für 10101100₂ gilt also: 128 + 32 + 8 + 4 = 172₁₀.

Dezimal → Binär

Du kannst entweder passende Zweierpotenzen abziehen oder wiederholt durch 2 teilen. Beim Abziehen startest du mit dem größten Stellenwert, der noch in die Zahl passt: Für 119 passt 64, Rest 55; dann 32, Rest 23; dann 16, Rest 7; 8 passt nicht; anschließend 4, 2 und 1. Das ergibt 1110111₂ beziehungsweise als Byte 01110111₂.

Stelle1286432168421
Passt in 119?NeinJaJaJaNeinJaJaJa
Bit01110111

Hexadezimal verstehen

Nach 9 folgen die Ziffern A bis F. Eine Hex-Ziffer kann genau die 16 Werte von 0 bis 15 und damit jede mögliche Vierergruppe aus Bits darstellen.

Hex0123456789ABCDEF
Dezimal0123456789101112131415
Binär0000000100100011010001010110011110001001101010111100110111101111

Binär ↔ Hex: Gruppiere von rechts in Viererblöcke und ergänze links bei Bedarf Nullen. 10101100₂ wird zu 1010 1100₂. 1010 ist A, 1100 ist C – also AC₁₆. Umgekehrt ersetzt du A durch 1010 und C durch 1100.

Dezimal → Hex: Teile durch 16. Bei 172 gilt 172 ÷ 16 = 10 Rest 12. 10 wird zu A, 12 zu C; damit entsteht AC₁₆. Bei größeren Zahlen wiederholst du die Division mit dem Quotienten und liest die Reste von unten nach oben.

Schreibweise beachten: Tiefgestellte Basiszahlen wie ₂, ₁₀ und ₁₆ gehören nicht zum Zahlenwert. In Code sind auch Präfixe wie 0b01110111 und 0x77 üblich.

Negative Binärzahlen

Bei einer festgelegten Bitbreite wird häufig das Zweierkomplement verwendet. Für −5 in 8 Bit: +5 als 00000101 schreiben, alle Bits zu 11111010 invertieren und 1 addieren. Das Ergebnis ist 11111011. Ohne festgelegte Bitbreite ist eine Bitfolge deshalb nicht eindeutig als positiv oder negativ interpretierbar.

Zahlentrainer

42₁₀ in Binär

0 richtig

Einheiten

MB ist nicht MiB

Dezimal (SI)FaktorBinär (IEC)Faktor
1 kB10³ Byte1 KiB2¹⁰ Byte
1 MB10⁶ Byte1 MiB2²⁰ Byte
1 GB10⁹ Byte1 GiB2³⁰ Byte
1 TB10¹² Byte1 TiB2⁴⁰ Byte
Typische Falle: Ein großes B steht für Byte, ein kleines b für Bit. 100 MB/s entsprechen 800 Mbit/s – sofern kein Overhead berücksichtigt wird.

Kenngrößen der Datenübertragung

Übertragungsdauer berechnen

Die zentrale Beziehung lautet Zeit = Datenmenge ÷ Datenrate. Vor dem Teilen müssen beide Größen dieselbe Grundeinheit verwenden, zum Beispiel Bit und Bit pro Sekunde.

Laufzeit und Sendezeit unterscheiden

  • Signallaufzeit: Strecke ÷ Ausbreitungsgeschwindigkeit – wie lange das erste Bit unterwegs ist.
  • Sendezeit: Paketgröße in Bit ÷ Datenrate – wie lange das vollständige Paket auf die Leitung gebracht wird.
  • Gesamtdauer: enthält je nach Aufgabe zusätzlich Laufzeit, Verarbeitung, Warteschlangen und Protokoll-Overhead.

Audio und Grafik

Speicherbedarf aus Eigenschaften ableiten

Audio unkomprimiertKanäle × Abtastrate × Bittiefe × Dauer
Rastergrafik rohBreite × Höhe × Farbtiefe
VektorgrafikSpeichert Formen und Parameter statt jedes Pixels

Komprimierung und Dateiformat können die tatsächliche Dateigröße deutlich verändern. Rastergrafiken eignen sich besonders für Fotos, Vektorgrafiken für verlustfrei skalierbare Logos und Diagramme.

Prozessoren

Fetch, Decode, Execute

Die CPU holt Befehle, dekodiert sie und führt sie aus. Rechenwerk (ALU), Steuerwerk und Register arbeiten dabei eng mit mehreren Cache-Stufen zusammen.

BegriffBedeutung
Kern / ThreadMehrere Kerne können unabhängige Arbeit parallel ausführen; Threads beschreiben ausführbare Befehlsfolgen beziehungsweise logische Ausführungskontexte.
TaktfrequenzZyklen pro Sekunde. Allein kein verlässlicher Vergleich zwischen unterschiedlichen Architekturen.
L1/L2/L3-CacheKleine, schnelle Speicher nahe an den Kernen; L1 meist am kleinsten und schnellsten.
RISC / CISCArchitekturansätze mit eher einfachen beziehungsweise komplexeren Befehlssätzen; moderne CPUs kombinieren viele Techniken.
TDPAuslegungsgröße für thermische Verlustleistung und Kühlung, nicht einfach der genaue Stromverbrauch.
BoostDynamisch höherer Takt, solange Last, Temperatur und Leistungsbudget es erlauben.

Peripherie

Drucktechnik nach Einsatz wählen

TechnikStärkenGrenzen / Einsatz
TintenstrahlGute Farben und Fotos, oft günstig in der AnschaffungTinte kann eintrocknen; Verbrauchskosten beachten
LaserSchneller Dokumentdruck, Toner trocknet nicht einHöherer Anschaffungspreis, Gerät oft größer
NadelRobust, kann Durchschläge erzeugenLaut und geringe Druckqualität; Spezialanwendungen
ThermoKompakt und wartungsarmSpezialmedium; Ausdruck kann verblassen, etwa bei Kassenbons

Für einen wirtschaftlichen Vergleich zählen Seitenkosten, Druckvolumen, Qualität, Geschwindigkeit, Wartung, Energie und benötigte Funktionen – nicht nur der Kaufpreis.

Speicherverbünde

RAID: Kapazität und Ausfalltoleranz

LevelPrinzipNutzbare Kapazität*Ausfalltoleranz
RAID 0Stripingn × SKeine
RAID 1Spiegelungbei 2 Platten: 1 × SEine Platte im Spiegel
RAID 5Striping + verteilte Parität(n − 1) × SEine Platte
RAID 6Doppelte verteilte Parität(n − 2) × SZwei Platten
RAID 10Striping über Spiegelpaare(n ÷ 2) × SAbhängig vom betroffenen Spiegelpaar

* Vereinfacht bei gleich großen Datenträgern; n = Anzahl, S = Kapazität der kleinsten Platte.

RAID ist kein Backup: Es kann die Verfügbarkeit bei Plattenausfällen erhöhen. Gegen Löschen, Malware, Fehlkonfiguration, Diebstahl oder Standortschäden braucht es getrennte Sicherungskopien.

Datensicherung

Backup nach Wiederherstellungsziel planen

  • Vollbackup: vollständiger Datenbestand; einfache Wiederherstellung, hoher Platz- und Zeitbedarf.
  • Inkrementell: Änderungen seit der letzten Sicherung; schnell und klein, Wiederherstellung benötigt eine Kette.
  • Differenziell: Änderungen seit dem letzten Vollbackup; wächst bis zum nächsten Vollbackup.
  • Online: ständig erreichbar und bequem, dadurch möglicherweise auch für Schadsoftware erreichbar.
  • Offline / offsite: getrennt oder räumlich ausgelagert; schützt gegen weitere Schadensszenarien.
Praxisregel: 3 Kopien, 2 unterschiedliche Medien, 1 Kopie außer Haus – ergänzt um Restore-Tests und möglichst eine unveränderliche oder offline Kopie.