Ausbildung
Rechte und Pflichten gehören zusammen
Auszubildende
- Sich bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben
- Aufgetragene Ausbildungsaufgaben sorgfältig ausführen
- Weisungen im Rahmen der Ausbildung befolgen
- Betriebliche Ordnung beachten und Betriebsmittel pfleglich behandeln
- Über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen wahren
Ausbildende
- Berufliche Handlungsfähigkeit planmäßig vermitteln
- Ausbildungsmittel grundsätzlich kostenlos bereitstellen
- Zum Besuch der Berufsschule und zu Prüfungen freistellen
- Zum Führen des Ausbildungsnachweises anhalten und Gelegenheit dazu geben
- Nur Aufgaben übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen und angemessen sind
Der Betrieb
Struktur, Werte und Abläufe unterscheiden
| Begriff | Bedeutung | Darstellung / Beispiel |
|---|---|---|
| Aufbauorganisation | Stellen, Abteilungen, Verantwortung und Weisungswege | Organigramm |
| Ablauforganisation | Reihenfolge, Ort, Zeit und Beteiligte eines Prozesses | Ticket vom Eingang bis zum Abschluss |
| Unternehmensphilosophie | Grundlegende Werte und Überzeugungen | Leitbild |
| Kundenorientierung | Prozesse und Verhalten am Kundennutzen ausrichten | Klare Fristen und Status-Updates |
Organisationssysteme
- Einlinie: Jede Stelle hat genau eine vorgesetzte Stelle. Verantwortung ist klar, Wege können lang sein.
- Mehrlinie: Weisungen können von mehreren spezialisierten Stellen kommen. Kommunikation ist direkt, Konflikte müssen koordiniert werden.
- Stablinie: Einliniensystem mit beratenden Fachstellen ohne eigene Weisungsbefugnis.
Arbeitszeit
Grundregeln für Volljährige
Das Arbeitszeitgesetz geht grundsätzlich von höchstens acht Stunden werktäglich aus. Bis zu zehn Stunden sind mit Ausgleich im gesetzlichen Zeitraum möglich. Bei mehr als sechs bis neun Stunden sind mindestens 30 Minuten Pause vorgesehen, bei mehr als neun Stunden 45 Minuten. Die tägliche Ruhezeit beträgt grundsätzlich mindestens elf Stunden.
Kalkulation
Kosten richtig vergleichen
Der Anschaffungspreis allein reicht selten. Beim Total Cost of Ownership gehören Einführung, Betrieb, Energie, Lizenzen, Wartung, Ausfall, Schulung und Entsorgung in den Betrachtungszeitraum.
Prozentrechnung ohne Falle
- Prozentwert = Grundwert × Prozentsatz ÷ 100
- Netto aus Brutto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz)
- Eine Erhöhung um 20 % und anschließende Senkung um 20 % führen nicht zum Ausgangswert.
Kaufvertrag
Störungen systematisch zuordnen
| Störung | Typischer Fall | Grundidee der Reaktion |
|---|---|---|
| Lieferverzug | Ware kommt trotz Fälligkeit nicht | Leistung verlangen und häufig angemessene Nachfrist setzen; weitere Rechte hängen vom Fall ab |
| Zahlungsverzug | Fällige Rechnung bleibt unbezahlt | Zahlung, mögliche Verzugszinsen und gegebenenfalls Schaden geltend machen |
| Annahmeverzug | Ordnungsgemäß angebotene Ware wird nicht angenommen | Mehraufwand und Aufbewahrung können relevant werden |
| Mangelhafte Lieferung | Ware ist defekt oder nicht wie vereinbart | Zunächst grundsätzlich Nacherfüllung: Nachbesserung oder Ersatzlieferung |
Bei Prüfungsfällen zuerst Beteiligte, Vertragspflicht, Fälligkeit, Störung und eventuell gesetzte Frist markieren. Erst danach die passenden Rechte nennen.
Volkswirtschaft
Vier Wirtschaftssektoren
Rohstoffe gewinnen, zum Beispiel Metalle und seltene Erden für IT-Hardware.
Rohstoffe verarbeiten und Geräte produzieren, etwa Halbleiter- und Serverfertigung.
Dienstleistungen wie Handel, Logistik, IT-Support oder Cloud-Betrieb.
Wissen, Information, Forschung und Entwicklung, etwa Softwarearchitektur und KI.
Entscheidung
Make or Buy
| Kriterium | Eigenbetrieb | Fremdbezug / Cloud |
|---|---|---|
| Kontrolle | Hoch, aber eigene Verantwortung | Geteilt; Vertrag und Anbieter entscheidend |
| Know-how | Muss intern vorhanden sein | Teilweise beim Dienstleister |
| Kosten | Häufig höhere Anfangsinvestition | Oft nutzungs- oder laufzeitabhängig |
| Skalierung | Kapazität muss geplant werden | Oft schneller anpassbar |
| Abhängigkeit | Von eigenem Personal und Technik | Von Anbieter, Netz und Vertragsbedingungen |
Eine gute Entscheidung nennt Anforderungen, gewichtet Kriterien, dokumentiert Annahmen und betrachtet Risiken – nicht nur den niedrigsten Preis.
Projektmanagement
Vom Auftrag zur Abnahme
Problem, Ziel, Nutzen, Stakeholder und Rahmen klären.
Arbeitspakete, Aufwand, Termine, Ressourcen, Kosten und Risiken planen.
Ergebnisse erstellen, Soll und Ist vergleichen, Abweichungen behandeln.
Test, Übergabe, Abnahme, Dokumentation und Lessons Learned.
Planung
Ziele SMART formulieren
Ein brauchbares Ziel ist spezifisch, messbar, attraktiv beziehungsweise akzeptiert, realistisch und terminiert.
Zu vage: „Das WLAN soll besser werden.“
Besser: „Bis zum 30. November deckt das neue WLAN alle Büroräume mit mindestens −67 dBm ab; ein dokumentierter Abnahmetest bestätigt Abdeckung und Gastnetztrennung.“
Aktuelle Grundlagen
Offizielle Quellen
Recht kann sich ändern. Prüfe für konkrete Fälle immer den aktuellen Stand: